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Statusverhalten - Tipps für selbstorganisierte Teams

 

Die Grundlagen gelingender Zusammenarbeit werden aktuell neu definiert.

Wenn es keine formalen Führungskräfte mehr gibt, wer führt dann wen wann?

 

Die Vorteile und Schattenseiten von Hierarchien sind in einem anderen meiner Beiträge hinlänglich thematisiert worden. Und hin und wieder erleben wir Führungskräfte, die in einer eigenen Blase leben, mit der verbunden ist, dass sie sich selbst als etwas Besonderes fühlen. 

 

Diese Nachteile und Schattenseiten wollen selbstorganisierte Gruppen vermeiden. Aufgaben und Verantwortlichkeiten werden untereinander unter Gleichen verteilt. Soziologische Studien weisen allerdings darauf hin, dass selbstorganisierte Gruppen ohne Führung und Statusunterschiede in der Regel nicht auskommen. Auch dort bilden sich informelle Chefs und Taktgeber heraus. Das geschieht oft in einem zähen Prozess, der Zeit und Energie kostet. Diese informellen Chefs überzeugen meist durch ihre Sachautorität und ihr Auftreten, das andere beeindruckt, und sind gefordert, diese informelle Führung laufend zu verteidigen und abzusichern. Das heißt, informelle Führer müssen ihren Status permanent demonstrieren und festigen.

 

Worin besteht jetzt dieses statussichernde Verhalten?

  • Durch eine machtvolle, laute und imperativ geprägte Sprache
  • Durch Raum-einnehmendes Verhalten z.B. durch weite Gesten und Sitzhaltungen  
  • Durch statussichernde Körpersprache – Blickkontakt, aufrechte Haltung, Berührungen
  • Durch in der Außenwirkung symbolische Handlungen: z.B. sich nur mit bestimmten erfolgreichen
    Personen zeigen,
  • Selbstdarstellung und Zeigen von Statussymbole ( diese sind in jeder Unternehmenskultur andere)
  • sich im Glanze Anderer sonnen
  • gerne Sonderregelungen für sich in Anspruch nehmen

Was heißt das jetzt für den Führungs-/Alltag:

  1. Führung ist per se nützlich, wenn sie mit Selbstreflexion, Anstand, Menschenorientierung und einer entsprechenden Haltung ausgefüllt wird. Das erspart Gruppen Energie und Zeit, da Selbstpositionierung und Statusgerangel weniger stattfindet
  2. In agilen und selbstorganisierten Teams sollte das Statusthema in der Metakommunikation frühzeitig auf den Tisch und in Stand-Ups ständig mitlaufen, um sicherzustellen, wer welche Verantwortung aus welchem Grund trägt. Dabei können aus Status -Verhalten resultierende Konflikte angesprochen und transparent gemacht werden 
  3. Eine klare Aufteilung der Verantwortung innerhalb eines gemeinsamen Zieles kann helfen, den Fokus auf den Kunden und das Thema zu lenken. 
  4. Sofern Führung erforderlich wird, sollte vereinbart werden, wie die Ausfüllung der Führungsrolle bestimmt wird (Wahl, Rotation etc)
  5.  In einer selbstorganisierten Gruppe können definierte Rollen, vereinbarte Regeln und Zeit- / Arbeitsstrukturen dabei helfen, Zeit und Energie auf die richtigen Dinge zu lenken.

         Sie wollen mehr wissen? Sprechen Sie mich an.

         Ich begleite Sie gern in Ihrer persönlichen Entwicklung und in der Entwicklung Ihres Teams.

         Evtl. ist das Seminar Teamwork ist Dreamwork etwas für Sie, in welchem Gruppendynamik in klassischen und  
   agilen Strukturen eines der Themen ist.