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Feedback und Projektion

Zuweilen fragen wir uns, was das Feedback, das wir erhalten, mit uns zu tun hat.

Da gilt die alte Regel:

„Feedback ist ein Geschenk“.

Und „Du musst nicht jedes Geschenk annehmen“.

Neutral betrachtet bringt uns ehrliches Feedback weiter. Denn es eröffnet uns eine Perspektive auf die Wirkung unseres Verhaltens, die wir selbst so nicht immer wahrnehmen. Und dies bedeutet eine Chance auf Wachstum und Entwicklung. 

Wenn uns das Feedback piekt und stört, empfehle ich in einer stillen Minute zu reflektieren, ob nicht doch ein Körnchen Wahrheit an der ungeliebten Rückmeldung dran sein könnte. Denn wir blenden eigene Schwächen oder Macken auch gern mal aus.

Feedback lässt uns manchmal ratlos zurück

Manchmal lässt uns Feedback allerdings ratlos zurück. Wir sind irritiert und überrascht und wissen nicht so recht etwas damit anzufangen.

 

In diesen Fällen empfehle ich

  • sich zu dem konkreten Aspekt ein Feedback von anderen einzuholen. Unter diesen Menschen sollten uns nahe stehende Personen sein, durchaus aber auch jemand, der uns nicht so gut kennt
  • den Feedbackgeber nochmal zu bitten, seine Wahrnehmungen an einem Beispiel zu verdeutlichen, insbesondere, wenn der Feedbackgeber für uns wichtig ist
  • zu reflektieren, was das erhaltene Feedback über den Feedbackgeber aussagen könnte

 

Feedback kann auch eine Projektion sein

Dem Feedback kann auch eine Projektion des Feedbackgebers zugrunde liegen.

Bei einer Projektion werden einer anderen Person unbewusst eigene Gefühle, Impulse und an sich selbst ungeliebte Eigenschaften und Verhaltensweisen zugeschrieben.  Projektion dient der Vermeidung von Angst und Scham und der Aufrechterhaltung eines mit dem eigenen Selbstverständnis vereinbarten Bildes von sich selbst.

Es werden die idealische Projektion und die Schattenprojektion unterschieden.

  • Bei der Idealischen Projektion werden dem anderen idealische Wunschvorstellungen zugeschrieben, um sich selbst aufzuwerten. 
  • Bei der Schattenprojektion werden anderen nicht annehmbare Phantasien zugeschrieben, weil sie dort besser bekämpft werden können. Eigenes Fehlverhalten und an sich selbst ungeliebte Eigenschaften werden nach außen verlagert: jemand anderes tut etwas Falsches, dadurch wird die Person von Schulgefühlen entlastet und kann andere für das eigene Fehlverhalten bestrafen.

 

Sie entscheiden, wie Sie mit erhaltenem Feedback umgehen

Wenn Feedback Sie also irritiert, dann schauen Sie genauer hin:

  • Bei Kritik an "zu selbstbewusstem Auftreten" und zu viel Dominanz reflektieren Sie, ob der Feedbackgeber auch gern im Mittelpunkt steht und selbst dominante Seiten hat oder sie vielleicht gern hätte.
  • Bei der Rückmeldung, "Sie seien zu wenig emotional", kann dies durchaus so sein. Fragen Sie nach Beispielen. Wenn der Feedbackgeber z.B. selbst wenig emotional ist, fällt ihm Ihr Verhalten wie unter dem Brennglas als Schwäche auf.

Sie sind ok so, wie Sie sind und können an Feedback wachsen und sich weiter entwickeln.

Sie entscheiden, welches Feedback Sie annehmen und welches nicht.

Sofern Sie von unterschiedlichen Persönlichkeiten ähnliches Feedback erhalten, lohnt es sich, auf die eigenen blinden Flecken zu schauen.

 

Sie haben Feedback erhalten, das Sie nicht glücklich macht oder irritiert? Wenn es Sie beschäftigt, dann lassen Sie uns gemeinsam schauen, wie Sie sich weiterentwickeln können.