Glossar in alphabetischer Reihenfolge

Business Coaching / Karriere Coaching /

Business Coaching ist eine prozessorientierte Beratungsform, in der schwerpunktmäßig berufliche Themen behandelt werden. Ziel ist es in der Regel, Menschen in ihrer beruflichen Entwicklung zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, ihre Ressourcen und Fähigkeiten zu erkennen und zu nutzen, um erfolgreich zu sein. Anders als ein Berater macht der Coach dem Klienten / der Klientin keine direkten Lösungsvorschläge, noch vermittelt er Fachwissen oder gibt Karrieretipps, sondern er begleitet ihn in der Entwicklung und Umsetzung eigener Lösungen.

Von Business-Coaching können alle Menschen während ihres Berufslebens unabhängig von ihrer Hierarchieebene profitieren, es wird jedoch primär im mittleren und oberen Management eingesetzt. Im oberen Management spricht man auch vom Executive - Coaching.

Coaching

Coaching im ursprünglichen Sinn ist ein Einzelberatungsprozess für Führungskräfte, Professionals und Privatpersonen, der die Problemlösungskompetenz - also Hilfe zur Selbsthilfe - zum Ziel hat. Er kann sowohl berufliche als auch private Themen zum Inhalt haben und ist zeitlich begrenzt. Ziel ist die Stärkung der Selbstreflexion und die Nutzung oder bessere Einteilung der persönlichen Ressourcen. Der Coaching - Prozess erstreckt sich in der Regel über mehrere Coaching-Sitzungen. Die Zeit zwischen den einzelnen Sitzungen dienen der Reflexion und dem Ausprobieren von Handlungsoptionen. In einem telefonischen, möglichst persönlichen Vorgespräch lernen der Coach und der Klient/die Klientin sich kennen, besprechen das Anliegen des Klienten, Dauer, Frequenz und Ort des Coachings und das Wichtigste: ist der Coach der Richtige für das Thema und stimmt die Chemie zwischen Coach und Klient/in.

Coaching erfolgt grundsätzlich mit psychisch gesunden Klienten, die in der Lage sind, sich und ihr Leben selbst zu steuern.  Psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen, Borderline-Erkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen sind kein Anliegen für ein Coaching, sondern in einer Psychotherapie besser aufgehoben.

Coachingvertrag

Ein formaler Coachingvertrag wird nach dem Vorgespräch zwischen Coach und Klient/in schriftlich vereinbart und regelt

  • Anzahl, Dauer und Abstände der einzelnen Coaching-Sitzungen
  • die Gesamtdauer des Coachingprozesses, sofern abschätzbar, oder zumindest die Dauer der ersten Phase
  • die Orte an denen das Coaching stattfindet oder stattfinden kann
  • die am Coaching beteiligten Personen 
  • die Vertraulichkeitspflicht des Coaches
  • die Höhe des Honorars je Coaching-Einheit oder des gebuchten Rahmens und eventueller Spesen
  • die Haftung des Coaches
  • Art der Rechnungsstellung und Fälligkeiten der vereinbarten Zahlungen
  • Regelungen zu Terminabsagen und damit verbundener Kosten 
  • ggf. eine Sektenausschlußvereinbarung des Coaches

Darüber hinaus wird ein psychologischer Vertrag zwischen Coach und Klient/in in mündlicher Form geschlossen. Er regelt 

die Bereitschaft des Klienten/der Klientin, sich kritisch mit eigenen Themen auseinander zusetzen und am Ziel des Coachings aktiv mitzuarbeiten. Zum Beispiel

  • die Bereitschaft, die eigene Person zu reflektieren und das eigene Verhalten zu hinterfragen
  • die Einsichtsfähigkeit des Klienten / der Klientin in den eigenen Anteil an einer Situation 
  • den Willen, am eigenen Verhalten zu arbeiten mit dem Ziel, es zu verändern
  • die Erwartungen an den Coach                   ( Befürchtungen, Vorannahmen, Absichten und Ziele)
  • das Vorgehen im Coaching
  • das Ausmaß der angestrebten Veränderung, sofern absehbar
  • die realistischen Möglichkeiten und Grenzen des Coachings
  • die Bereiche, die im Coaching außen vor bleiben sollen - die Tabu-Zonen
  • der Umgang zwischen Coach und Klient/in, wenn man sich außerhalb des Coachings auf der Strasse trifft

 

Führungskräfte Coaching (siehe auch Business Coaching)

Beim Führungskräfte Coaching handelt es sich um eine Form des Business Coachings. Es geht darum, Anliegen aus dem beruflichen Umfeld lösungsorientiert zu bearbeiten, die Führungskompetenzen des Klienten auszubauen und immer auch um Persönlichkeitsentwicklung. Oft wird das Coaching vom Unternehmen des Klienten mit dem Ziel der Persönlichkeitsentwicklung oder der Lösung von aktuellen Herausforderungen bezahlt.

 

Führungskräfte mit guten Selbstreflexionsfähigkeiten suchen sich in bestimmten Situationen z.B. einem Wechsel in ein anderes Unternehmen oder in eine auf anderer Hierarchiestufe angesiedelten Aufgabe eigenständig einen Coach.

Bei der Suche nach einem Coach für Führungskräfte empfiehlt es sich,  einen Coach zu wählen, der selbst einmal über eine längere Zeit in einer Führungsaufgabe tätig war und der sich im organisatorischen Umfeld z.B. Konzernumfeld, behördlichen Strukturen etc. auskennt. Natürlich gibt es eine Vielzahl von guten Coaches und Trainern, die nie in einer Führungsaufgabe waren, und die über professionelle Methoden verfügen, die sie gut einsetzen.  Ich höre und erlebe leider auch, dass in diesen Konstellationen  am Klienten "vorbeigecoacht" wird und ein Thema, aber nicht das Kernthema,  bearbeitet und gelöst wird oder strukturelle Rahmenbedingungen zu wenig einbezogen werden.

 

Inneres Team

Das innere Team ist ein Kommunikationsmodell des Hamburger Psychologen Friedemann Schulz von Thun.
Das Modell geht von der Pluralität des menschlichen Innenlebens aus und wird mit der Metapher eines Teams und seines 

Leiters ( das Oberhaupt) dargestellt.

Jedes Teammitglied oder innere Stimme stellt dabei einen eindimensionalen Antrieb des Menschen dar, der zuweilen mit anderen Antrieben im Widerstreit ist. Wichtige Grundlage für die Selbstführung ist es, diese inneren Anteile oder Stimmen, die in unterschiedlichen Situationen in unterschiedlicher Zusammensetzung auftreten oder nicht sichtbar im Untergrund wirken, zu erkennen und in Einklang zu bringen.

Dabei geht das Modell davon aus, dass jede Stimme, die einen inneren Anteil verkörpert, ihre Berechtigung hat, dass es naturgemäß Gegenspieler gibt, die sich das Leben schwer machen und Protagonisten, die offen dominant oder im Untergrund wirken.

Das Modell ist wunderbar für Selbstklärung, Persönlichkeitsentwicklung, Führung, Coaching, im Konflikt oder bei Entscheidungen anzuwenden.

In der Anwendung in Coaching oder Training sollte der Coach oder Trainer eine intensive Ausbildung in dieser Methodik vorweisen können und nicht nach Lektüre eines Buches improvisieren. Letzteres birgt die Gefahr, dass das Ergebnis oberflächlich, suggestiv oder laienhaft ist und der Klient oder Teilnehmer mit ggf. mit Zuschreibungen aus dem Coaching entlassen und allein gelassen wird, die nicht unbedingt zutreffen. 

Für weiterführende Lektüre empfehle ich "Miteinander reden 3" von Friedemann Schulz von Thun. 

 

Sie möchten mehr wissen? Rufen Sie mich gern an.

 

 

Life Coaching

Beim Life Coaching handelt es sich um eine umfangreichere Variante des Coachings, in der es um die persönliche Weiterentwicklung des Klienten oder der Klientin geht. Im Fokus stehen im Gegensatz zum Business Coaching Themen und Bedürfnisse aus dem Leben des Klienten/ der Klientin. Grundlage ist die Gesprächsführung, in der anhand von Fragen, Interventionen und Zusammenfassungen die Klienten dabei begleitet werden, ein klares Bild von sich selbst zu entwickeln. Life-Coaching legt seinen Schwerpunkt auf Selbstbewusstsein, Authentizität und die Ressourcen des Klienten und unterstützt z.B. bei der Bewältigung von Lebenskrisen oder bei Partnerschaftsproblemen.

Life Coaching stösst an seine Grenzen, wenn es um krankhaftes Verhalten geht oder die Selbststeuerungsfähigkeiten des Klienten stark beeinträchtigt sind. 

Lösungsorientiertes Kurzzeitcoaching

Lösungsfokussierung geht davon aus, dass

  1. Veränderung in kleinen Schritten erfolgt
  2. für die kleinen Schritte wenige Informationen über das, was besser funktioniert, ausreichen
  3. die Frage nach dem Unterschied wichtig ist - was macht den Unterschied zwischen besser und schlechter aus?
  4. der Fokus auf dem konkreten Handeln liegt und weniger auf dem Verstehen-wollen
  5. die Grundannahme vorherrscht, dass alle Beteiligten eine positive Veränderung wünschen. 

Die drei Grundprinzipien der Lösungsfokussierung ( nach Steve de Shazer):

  1. Repariere nicht, was nicht kaputt ist.
  2. Finde heraus, was gut funktioniert und tue mehr davon.
  3. Wenn etwas trotz großer Anstrengung nicht gut funktioniert, höre auf damit und versuche etwas anderes.

Onboarding oder auch Onboarding Coaching

Onboarding nennt man die Betreuung einer neuen Führungskraft, die entweder von außen eingestellt wurde oder innerhalb des Unternehmens befördert wurde durch einen professionellen externen Coach. Ziel von Onboarding ist es, die neu eingestellte Führungskraft so schnell wie möglich erfolgreich zu machen und die Wahrscheinlichkeit eines Misserfolgs zu minimieren. Dabei werden Entwicklungspläne und Zielvorgaben erarbeitet und zugrunde gelegt sowie Prozessschritte definiert. In diesen Prozess sind nicht nur Coach und Klient/in involviert, sondern auch wichtige Entscheidungsträger aus dem Unternehmen und die direkte Führungskraft.  Dieses Verfahren kommt ursprünglich aus den USA, wird seit einiger Zeit aber auch in Deutschland eingesetzt, um das Risiko einer nicht erfolgreichen Stellenbesetzung und die damit verbunden Kosten zu minimieren.  Onboarding erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit einer neuen Führungskraft deutlich.

Psychotherapie oder Coaching

Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Psychotherapieund Coaching sollten jedem Coach bekannt sein, um dem Ratsuchenden die bestmögliche Hilfestellung geben zu können und ihn bei Bedarf an einen Psychotherapeuten oder Mediziner zu verweisen. Hierzu sind grundlegende Kenntnisse des Coaches über die Erscheinungsformen psychischer Belastungen erforderlich.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Menschen, die sich oft hilflos und überlastet fühlen, sich aus dem sozialen Leben zurückziehen und zu depressiven Stimmungen neigen, bei einem Psychotherapeuten besser aufgehoben sind. Darüber hinaus ist immer dann von Psychotherapiebedarf auszugehen, wenn die Selbststeuerungsmöglichkeiten eines Menschen, ein Problem zu lösen, nicht mehr vorhanden sind. 

Transaktionsanalyse

Die Transaktionsanalyse (TA) ist eine psychologische Theorie der menschlichen Persönlichkeitsstruktur und wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von dem US-amerikanischen Psychiater Eric Berne (1910-1970) begründet. Die Theorie wird / wurde laufend weiter entwickelt, z.B. durch den Berne- Schüler Claude Steiner und Fanita English. Die Theorie erhebt den Anspruch, anschauliche psychologische Konzepte zur Verfügung zu stellen, mit denen Menschen ihre erlebte Wirklichkeit reflektieren, analysieren und verändern können.

Wenn Menschen mit Hilfe der Grundgedanken der TA auf soziale Interaktionen oder einzelne Persönlichkeiten schauen, dann gelten für diese Annahmen

  • Jeder Mensch hat die Fähigkeit, zu denken und Probleme zu lösen.
  • Jeder Mensch ist in all seinen Schattierungen und in seiner Ganzheit in Ordnung.
  • Jeder Mensch ist in der Lage, Verantwortung für sein Leben und dessen Gestaltung zu übernehmen. Er verfügt dazu über die Fähigkeit der bewussten Wahrnehmung und Steuerung seiner mentalen, emotionalen und sensorischen Vorgänge und der sich daraus ergebenden Handlungen und sozialen Interaktionen.
  • Jeder Mensch wird als fähig angesehen, sein Lebenskonzept schöpferisch, zuträglich und konstruktiv zu gestalten.

Zudem ist es jedem Menschen möglich, durch Nutzen seiner ihm innewohnenden Ressourcen autonome Entscheidungen für sich und andere zu fällen.

Fotos auf dieser Seite: Copyright Kathrin Rehbein