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Wertschätzende Führung - eine Frage der Haltung oder der Kommunikation?

Für wertschätzende Führung bedarf es einer positiven Grundhaltung gegenüber Menschen. Ob ich anderen auf Augenhöhe und mit respektvoller Haltung begegne oder nicht, hängt größtenteils von meinen Werten, meinem Bezugsrahmen und meinen Erfahrungen ab, die ich durch Erziehung, Bildung und Sozialisation erfahren habe.  Zuweilen verändert sich die persönliche Haltung im Verlauf des Lebens auch plötzlich durch einschneidende Erlebnisse, in der Regel bedarf es hierzu jedoch einer kontinuierlichen Persönlichkeitsentwicklung.

 

Eine stimmige und wertschätzende Kommunikation ist ein Kern - Element von Persönlichkeitsentwicklung und trägt in jedem Fall wesentlich dazu bei, dass Mitarbeiterführung auf Augenhöhe gelingt.  Bewusstmachung eigener Kommunikationsmuster sowie Erlernen und Anwenden einiger Kommunikationsregeln führen zu einer positiv veränderten Haltung gegenüber Menschen und nachhaltig zu einer positiven Grundstimmung in Teams..

 

Um nur zwei Voraussetzungen für gelingende Kommunikation in der Führung und im Leben zu nennen:

 

Bewusstsein für und Beachtung der Regeln quadratischer Kommunikation bedeuten nicht mehr und nicht weniger, als Kommunikation so zu gestalten, dass Sachinhalt (was ist das Thema?),  Selbstkundgabe (wie geht es mir damit oder mit Dir),  Beziehung (wie stehen wir zueinander, wie stehe ich zu Dir) und Appell (was möchte /erwarte ich von Dir) im Einklang mit der Situation, dem Thema, der Beziehung zwischen Mitarbeiter und Führungskraft und zu mir als Sender stehen.

Das hört sich zwar ganz einfach an, ist es – wie wir alle wissen - im Eifer des Gefechts nicht immer.  Denn jetzt spielen Persönlichkeit, Erziehung und Sozialisation beider oder mehrerer Kommunikationsparteien eine Rolle. Als Empfänger einer Nachricht springt zuerst

mein „Lieblings-Ohr“ an: wenn ich z. B. über ein geringes Selbstwertgefühl verfüge, höre ich die empfangene Nachricht automatisch erst einmal mit dem Beziehungsohr: „ wie steht er /sie zu mir?“ „Mag er/sie mich?“. Das läuft automatisch ab und in Sekunden bewerte ich die erhaltene Nachricht.  So wird deutlich, dass meine Reaktion  entsprechend ausfällt, obwohl es möglicherweise "nur" um eine sachliche Information ging: "Ihr Kunde kommt später".  Über die 4 Ohren in der quadratischen Kommunikation berichte ich in meinem nächsten Blog ausführlicher.

 

Ein zweiter Aspekt ist die Grundposition, in der ich mich selbst und andere wahrnehme. Die Transaktionsanalyse kennt dafür die erstrebenswerte Haltung des "Ich bin ok - Du bist ok", in der ich mich selbst und das Gegenüber uneingeschränkt respektiere und ihn in seiner Existenz und seiner Meinung anerkenne, auch wenn letztere von meiner abweicht. Diese Haltung kann man sich durch Persönlichkeitsentwicklung erarbeiten, wenn man nicht bereits über sie verfügt. Leider treffen wir im Berufsleben häufiger die Haltungen  "Ich bin ok - Du bist nicht ok“  und/oder " Ich bin nicht ok, Du bist ok" an. Erstere führt zu Abwertungen und vergifteten Beziehungen und ist eher in hierarchischen Unternehmensstrukturen anzutreffen. Aber auch Unkenntnis der Grundregeln zwischenmenschlicher Kommunikation führt zu Konflikten und Missverständnissen. 

Die Haltung „Ich bin nicht ok - Du bist ok“ wird  im Alltag zwischen Mitarbeiter und Führungskraft oder innerhalb von Teams auch beobachtet - sie erzeugt ebenfalls Verlierer und Gewinner und geht mit Minderwertigkeitsgefühlen, Missverständnissen insbesondere auf der Beziehungsebene und gering ausgeprägter Eigenverantwortung einher.  

Der Vollständigkeit halber sei die vierte Grundposition "Ich bin nicht ok - Du bist nicht ok“ erwähnt - die Veränderung dieser Haltung ist herausfordernder und bedarf oft einer längeren Begleitung. 

 

Was bedeutet das jetzt für Führung, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung?

 

1.    Kommunikation ist ein zentraler Schlüsselfaktor für gelingende Führung.

2.    Als Führungskraft bin ich für das grundsätzliche Kommunikationsklima in meinem Zuständigkeitsbereich verantwortlich.

3.    Haltung ist durch Persönlichkeitsentwicklung positiv veränderbar.

4.    Bewusste und stimmige Kommunikation erweitert die Persönlichkeit und  stärkt die Beziehungen
zwischen Mitarbeitern und Führungskraft.

5.    Stimmige Kommunikation kann man im Rahmen von Persönlichkeitsentwicklung in Kommunikationstrainings,
durch Coaching und Feedback lernen.

6.    Ein erster Schritt für die positive Veränderung von Kommunikation und Haltung ist die Selbstwahrnehmung und das Bewusstsein für eigene Kommunikationspräferenzen und deren Ursachen.
Und natürlich der Wille, sich weiter zu entwickeln.

 

Interessiert? Folgen Sie mir auf meinem Blog : www.lemkau-aschermann.de und fragen gern Coachings und Trainings an.

 

 

 

 

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